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Roll 'n Coaster - von Achterbahnen und Konsumgedanken

  • gelaswind
  • 3. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Nov. 2025


Auf dem Tisch liegt ROLL 'N COASTER herausgebracht 2024 im Eigenverlag von Jonas P. Heim. Ich hatte es nicht im Blick, eine Nachricht bei Instagram, ein netter Kontakt und kurz darauf ein Päckchen im Briefkasten.


Im Umschlag befand sich lediglich eine Anleitung, ein paar gedruckte Auftragskärtchen und ein Spielblock. Benötigt werden zwei W6 und ein Bleistift.

Ich gönne mir immer ein Set Farbstifte, das macht es übersichtlicher und hat mich bereits beim Kartograph vor dem selbstgeschaffenen Chaos bewahrt, und landete deshalb direkt daneben im Regal.

Sieben Seiten Anleitung für ein R'nW hört sich viel an, aber gross gedruckt mit vielen Beispielen passt es so für mich. Wir bewegen uns im leichten Kennerbereich und sobald man die Symbole und Zeichenregeln verinnerlicht hat, ist eine Partie schnell gespielt.

Da alle gleichzeitig in ihrem Park beschäftigt sind, gibt es kaum Downtime und nur durch das Wettrennen zum Erfüllen der Mindestanforderungen ( dann sofort Spielende!) gibt es indirekte Interaktion.


In diesem Roll 'n write geht es um einen Freizeitpark.... Deinen Freizeitpark.... und der soll nachhaltig, attraktiv und gewinnbringend gestaltet werden.


Spielprinzip:

Auf dem oberen Teil des Spielblock gibt es einen karierten Zeichenbereich, der nach und nach mit den Gebäuden und Flächen des Parks befüllt wird.

Darunter ist jede Würfelzahl jeweils einer Polyominoform und einem Attraktionssymbol zugeordnet.

Es gibt sechs verschiedene Gebäudearten und eine Grünfläche zur Wahl.


Auf den ersten Blick fällt nach dem Lesen der Spielregeln auf, dass alle Informationen zusätzlich auf dem Spielbogen aufgeführt sind.

Im Grunde gefällt mir das, aber es gibt ein ABER.... in verschiedenen Runden wünschten sich die Mitspielenden einen größeres Raster zum Einzeichnen des Parks. Dafür ist lediglich ein knappes Drittel des Spielblocks vorgesehen, dazu kommen noch die Leisten für die Mindestanforderungen. Etwa die Hälfte ist den Regeln und Auswahlmöglichkeit vorbehalten. Da muss ich den Kritikern recht geben, es macht alles ein wenig unübersichtlich, mindert aber bei mir nicht den Spielspaß.




Im Spielverlauf werden abwechselnd die zwei Würfel geworfen und alle ordnen gleichzeitig, individuell bei sich auf dem Block die Zahlen zu.

Beginnend bei einem vorher festgelegten Eingangsbereich wächst so immer angrenzend der Park von Wurf zu Wurf.

Gleiche Gebäude dürfen nicht direkt aneinander angrenzen, aber jedes fertiggestellte Konstrukt liefert schlussendlich Punkte.

Denn je nach Art werden die Leisten für Nachhaltigkeit, Beliebtheit, Vermögen oder Parkplätze gefüllt und so die Mindestanforderungen erfüllt. Im erweiterten Spiel sorgen zwölf Auftragskarten für unterschiedliche Schwerpunkte und Abwechslung.

Thematisch liefern mir die Attraktionen wie Achterbahn oder Karussell die Beliebtheit, Verkaufsstände das Vermögen und Grünflächen die Nachhaltigkeit des Parks.


Im Mehrpersonenspiel fühle ich mich jedes Mal unter Zeitdruck. Es gibt ja keine feste Rundenzahl und bereits nach wenigen Würfelwürfen mache ich mir Gedanken über den Fortschritt der anderen am Tisch. Hier kann es immer nur einen Gewinner geben, alle anderen gehen leer aus.

Das ist nicht negativ aber es fühlt sich bei einem R'nW ungewöhnlich an.

Im Solospiel gibt es keine Begrenzung beim Würfeln. Die Mindestanforderungen müssen lediglich erfüllt sein, bevor man im eigenen Plan nichts mehr einzeichnen kann.

Hört sich machbar an, klappt aber definitiv auch nicht immer...


Eine der Punkteleisten misst, wie bereits gesagt, die Nachhaltigkeit deines Freizeitparks und die war dem Autor bei seinem Produkt auch sehr wichtig.

Das Spiel kam in einem Umschlag, auf Kartonagen wurde verzichtet. Der Druck ist schwarz-weiß, Würfel und Stifte sind ebenfalls nicht enthalten, aber das ist ja bei Spielehaushalten kein Problem :-)


ROLL 'N COASTER macht mir Spaß und wird immer wieder auf dem Tisch landen, trotzdem läßt es mich immer wieder nachdenklich vor meinem Spieleregal stehen. Ich liebe es die Schachtelrücken zu betrachten, jedes ist auf seine Weise schön.

Werde ich den Umschlag noch bemerken, wenn ich nicht mehr an einer Rezension arbeite? Soll ich eine alte Erweiterungsbox umfunktionieren, damit es auch einen Karton hat? Ein Coverbild gestalten?

Verändert die unscheinbare Illustration meinen Spielspaß?


Tja, schwierig..........

Jeder, der mich kennt, weiß wie wichtig mir Optik und Haptik auf dem Tisch sind. Ich brauche keine Story, aber ein Brettspiel soll für mich auch ein Erlebnis meiner Sinne auf dem Tisch sein.

Und im Laufe dieser Grübelei wird mir klar, dass Roll 'n Write Spiele eine Ausnahme bilden. Ich bräuchte weder illustrierte Landschaftskarten beim Kartograph noch Bosse bei Paper Dungeons. Im Prinzip ist es mir bei Welcome to völlig gleichgültig, ob Ostereier, Zombies oder Schwimmbäder in den Zahlenreihen abgebildet sind.

Ich spiele sie alle so gerne:

  • weil sie kurz sind nach einem langen Tag mit der Familie,

  • weil sie mich zwingen andauernd kleine, sehr ähnliche Entscheidungen zu treffen,

  • weil sie meinen Ordnungssinn ansprechen



Also ganz kurz gesagt, weil sie meinem Hirn eine Möglichkeit geben, sich aktiv zu erholen..... sozusagen "geistiges Seele baumeln lassen"


(....... welche KI würdet Ihr für ein Schachtel Cover nutzen???)









 
 
 

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